Die „Schlössl Mühle der Familie Silbernagl“

schloesslmuehle
Auf über 400 Jahre Tradition kann die kleine Mühle in der St.-Anton-Straße zurückblicken. Seit 1815 befindet sie sich im Besitz der Familie Silbernagl, die als letzte in Bozen die Tradition des Mahlens beibehalten hat. Im Jahr 2004 haben die beiden Söhne Klaus und Paul des Alt-Müllers Josef Silbernagl in 6. Generation die Mühle übernommen.
Erstmals taucht die so genannte Kofel- oder Schlösslmühle 1599 in den Dokumenten auf. Sie war damals die oberste der insgesamt 17 am Mühlbach gelegenen Mühlen in Bozen.
Durch drei große Wasserräder angetrieben, wurden das Getreide und der Mais der umliegenden Höfe in Lohnarbeit gemahlen. „Die Bauern verkauften am Kornplatz ihr Getreide an die Bäcker und diese ließen es dann in der Mühle mahlen, “ erklärt Josef Silbernagl, Seniorchef der Mühle. „Bis 1947 konnte der Betrieb so aufrecht erhalten werden, dann ging der Anbau von Getreide zugunsten des Obst- und Weinbaus dermaßen zurück, dass wir unsere Mühle umstellen und das Getreide auf dem freien Markt kaufen mussten“, so Josef Silbernagl, der seit 1951 im Familienbetrieb mitgeholfen und 1968 die Mühle und das dazugehörige Detailgeschäft von seinem Vater übernommen hat. Besonders Malz, das an die Bäckereien geliefert wurde, sicherte das Einkommen.
Ein großer Einschnitt kam mit der Errichtung des Wasserwerkes der Enel 1951. Der Wasserpegel ging ständig zurück, sodass anfangs nur noch zeitweise mit Wasserkraft gearbeitet werden konnte und 1961 der Betrieb auf Elektromotoren umgestellt werden musste. Gleichzeitig ging auch der Bedarf an Malz zurück. „Wir haben dann auf Futtermittel umgestellt, das lief recht gut, hier waren wir Vorreiter“, erklärt Josef Silbernagl.
Futtermittel waren seitdem ein fester Bestandteil der Verkaufspalette, zu der seit 1990 dann auch verschiedene Mehle, besonders Vollkornmehle, Dinkel, Buchweizen und Gerste hinzu gekommen sind.

Vorher für mehrere Jahrzehnte zusammen mit seinen Geschwistern Paul und Verena, führt seit Jänner 2018 Klaus Silbernagl den Betrieb zusammen mit seiner Frau Ilse und seinem Sohn Stefan (7. Generation), der das traditionelle Handwerk von seinem Vater erlernt.

Spezialisiert ist die Mühle auf das Vermahlen von Buchweizen: feines , mittleres, grobes, dunkles – es wird auf die Wünsche der Kunden eingegangen.

Auch immer mehr Bauern bringen ihr Korn und lassen es hier vermahlen – so wie zu früheren Zeiten.

„Wir finden es schön, mit Naturprodukten zu arbeiten.“

Im Detailgeschäft stehen über 160 offene Säcke, gefüllt mit klassischem Weizen, Dinkel und Roggen, Ursorten wie Einkorn und Emmer, verschiedensten Hülsenfrüchten und Nüssen und allerlei Samen wie Quinoa, Chia oder Hanf. Sehr beliebt ist das frisch vermahlene Braunhirsemehl.

„Wir beraten unsere Kunden gerne und der Austausch mit ihnen ist uns wichtig. Wir sind offen für Neues und gehen auf besondere Wünsche ein.“

Neben dem umfassenden Sortiment an Körnern und Mehlen gibt es auch Futtermittel und qualitativ hochwertige Lebensmittel, wobei der Fokus immer mehr auf Regionalität, Bio-Produkte und Rohkost gelegt wird.

TV-Beitrag zur Schlössl Mühle – Rai Südtirol, Sendung „Land & Leben“ vom 19. Feb. 2015